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Franz Schubert „Die Winterreise“ Op. 89, D 911

Bearbeitet für Tenor und Streichquartett von Jens Josef

 

Erste Abteilung

1. Gute Nacht
2. Die Wetterfahne
3. Erfrorne Tränen
4. Erstarrung
5. Der Lindenbaum
6. Wasserflut
7. Auf dem Flusse
8. Rückblick
9. Irrlicht
10. Rast
11. Frühlingstraum
12. Einsamkeit

PAUSE

Zweite Abteilung
13. Die Post
14. Der greise Kopf
15. Die Krähe
16. Letzte Hoffnung
17. Im Dorfe
18. Der stürmische Morgen
19. Täuschung
20. Der Wegweiser
21. Das Wirtshaus
22. Mut
23. Die Nebensonne
24. Der Leiermann.


Georg Poplutz, Tenor · Eliot Quartett

Jens Josef 
Die ‚Winterreise‘‚ in einem neuen Licht

Die besondere Qualität der ‚Winterreise‘ liegt in ihrer außerordentlichen Kunstfertigkeit, in ihrer 
feinen wie hochgradig durchdrungenen Nuanciertheit. Sie ermöglicht den Zuhörern im Moment 
des klanglichen Erfassens eine bis dahin unvorstellbare räumliche Weite und Tiefe. Indes, der 
Reiz einer Bearbeitung für Streichquartett besteht gerade darin, das Original auf eine bis dato 
ungewohnte Weise »neu« zu hören, indem überraschende Klangfiguren, die sich im Original so 
einfach nicht erkennen bzw. heraus lesen lassen, gleichsam ad hoc aufleuchten. 

In der vorliegenden Bearbeitung ging es natürlich nicht darum, das Original zu verbessern. Das 
wäre schlicht auch nicht möglich. Aber es lässt sich durch die instrumentale Umwandlung 
zweifelsohne anders »beleuchten«. Die klangliche Farben-Vielfalt des Streichquartetts erzeugt 
natürlich andere, aber eben auch emotionale Überraschungsmomente, die die gewohnt origina- 
len Akzentuierungen in diesem musikalischen Kosmos dadurch noch plastischer abbilden. Ein 
Eingriff in die Singstimme hingegen verbot sich; die höchst »dramatische« Intimität des sich in 
der Unendlichkeit verlierenden Wanderes blieb unberührt. 

Das Streichquartett verkörpert neben dem Klavier im Bereich der Kammermusik klanglich ein 
Höchstmaß an Ausgewogenheit und Homogenität – in der Stringenz seiner musikalischen »Aus- 
sage« gilt es als unübertroffen. Freilich mussten einige Stellen im Original kompositorisch ab- 
geändert werden, insbesondere dann, wenn Schubert Figurationen schreibt, die für den Piani- 
sten »gut in der Hand liegen« oder mit dem Haltepedal zu betätigen sind; das betrifft ebenso 
gewisse Einschränkungen bei Akkordverdoppelungen wie in der Bassführung. Insgesamt aber er- 
wies sich der Klaviersatz als sehr gute Grundlage, um die Potentiale des Streichquartetts zur 
Entfaltung zu bringen. Im Gegensatz zum Klavier können die Streicher den Ton nach seinem An- 
setzen noch beeinflussen. Zudem verfügen sie über eine weit größere Palette an Klangfarben, 
beispielsweise in den Bereichen des pizzicato oder con sordino. All dies dient diesem unver- 
gleichlichen Liederzyklus, dem dadurch ein hoffentlich ebenso unverwechselbarer Zauber ver
liehen wird wie beim Original. 

Liedtexte (zum Herunterladen):

Franz Schubert

Winterreise op. 89, D 911

Text: Wilhelm Müller

 

1. Gute Nacht

Fremd bin ich eingezogen,

Fremd zieh’ ich wieder aus.

Der Mai war mir gewogen

Mit manchem Blumenstrauß.

Das Mädchen sprach von Liebe,

Die Mutter gar von Eh’, –

Nun ist die Welt so trübe,

Der Weg gehüllt in Schnee.

 

Ich kann zu meiner Reisen

Nicht wählen mit der Zeit,

Muß selbst den Weg mir weisen

In dieser Dunkelheit.

Es zieht ein Mondenschatten

Als mein Gefährte mit,

Und auf den weißen Matten

Such’ ich des Wildes Tritt.

 

Was soll ich länger weilen,

Daß man mich trieb hinaus?

Laß irre Hunde heulen

Vor ihres Herren Haus;

Die Liebe liebt das Wandern –

Gott hat sie so gemacht –

Von einem zu dem andern.

Fein Liebchen, gute Nacht!

 

Will dich im Traum nicht stören,

Wär schad’ um deine Ruh’.

Sollst meinen Tritt nicht hören –

Sacht, sacht die Türe zu!

Schreib im Vorübergehen

Ans Tor dir: Gute Nacht,

Damit du mögest sehen,

An dich hab’ ich gedacht.

 

2. Die Wetterfahne

Der Wind spielt mit der Wetterfahne

Auf meines schönen Liebchens Haus.

Da dacht’ ich schon in meinem Wahne,

Sie pfiff den armen Flüchtling aus.

 

Er hätt’ es eher bemerken sollen,

Des Hauses aufgestecktes Schild,

So hätt’ er nimmer suchen wollen

Im Haus ein treues Frauenbild.

 

Der Wind spielt drinnen mit den Herzen

Wie auf dem Dach, nur nicht so laut.

Was fragen sie nach meinen Schmerzen?

Ihr Kind ist eine reiche Braut.

 

3. Gefror’ne Tränen

Gefrorne Tropfen fallen

Von meinen Wangen ab:

Ob es mir denn entgangen,

Daß ich geweinet hab’?

 

Ei Tränen, meine Tränen,

Und seid ihr gar so lau,

Daß ihr erstarrt zu Eise

Wie kühler Morgentau?

 

Und dringt doch aus der Quelle

Der Brust so glühend heiß,

Als wolltet ihr zerschmelzen

Des ganzen Winters Eis!

 

4. Erstarrung

Ich such’ im Schnee vergebens

Nach ihrer Tritte Spur,

Wo sie an meinem Arme

Durchstrich die grüne Flur.

 

Ich will den Boden küssen,

Durchdringen Eis und Schnee

Mit meinen heißen Tränen,

Bis ich die Erde seh’.

 

Wo find’ ich eine Blüte,

Wo find’ ich grünes Gras?

Die Blumen sind erstorben,

Der Rasen sieht so blaß.

 

Soll denn kein Angedenken

Ich nehmen mit von hier?

Wenn meine Schmerzen schweigen,

Wer sagt mir dann von ihr?

 

Mein Herz ist wie erstorben,

Kalt starrt ihr Bild darin;

Schmilzt je das Herz mir wieder,

Fließt auch ihr Bild dahin!

 

5. Der Lindenbaum

Am Brunnen vor dem Tore

Da steht ein Lindenbaum;

Ich träumt’ in seinem Schatten

So manchen süßen Traum.

 

Ich schnitt in seine Rinde

So manches liebe Wort;

Es zog in Freud’ und Leide

Zu ihm mich immer fort.

 

Ich mußt’ auch heute wandern

Vorbei in tiefer Nacht,

Da hab’ ich noch im Dunkeln

Die Augen zugemacht.

 

Und seine Zweige rauschten,

Als riefen sie mir zu:

Komm her zu mir, Geselle,

Hier find’st du deine Ruh’!

 

Die kalten Winde bliesen

Mir grad’ ins Angesicht;

Der Hut flog mir vom Kopfe,

Ich wendete mich nicht.

 

Nun bin ich manche Stunde

Entfernt von jenem Ort,

Und immer hör’ ich’s rauschen:

Du fändest Ruhe dort!

 

6. Wasserflut

Manche Trän’ aus meinen Augen

Ist gefallen in den Schnee;

Seine kalten Flocken saugen

Durstig ein das heiße Weh.

 

Wenn die Gräser sprossen wollen

Weht daher ein lauer Wind,

Und das Eis zerspringt in Schollen

Und der weiche Schnee zerrinnt.

 

Schnee, du weißt von meinem Sehnen,

Sag’, wohin doch geht dein Lauf?

Folge nach nur meinen Tränen,

Nimmt dich bald das Bächlein auf.

 

Wirst mit ihm die Stadt durchziehen,

Muntre Straßen ein und aus;

Fühlst du meine Tränen glühen,

Da ist meiner Liebsten Haus.

 

7. Auf dem Fluße

Der du so lustig rauschtest,

Du heller, wilder Fluß,

Wie still bist du geworden,

Gibst keinen Scheidegruß.

 

Mit harter, starrer Rinde

Hast du dich überdeckt,

Liegst kalt und unbeweglich

Im Sande ausgestreckt.

 

In deine Decke grab’ ich

Mit einem spitzen Stein

Den Namen meiner Liebsten

Und Stund’ und Tag hinein:

 

Den Tag des ersten Grußes,

Den Tag, an dem ich ging;

Um Nam’ und Zahlen windet

Sich ein zerbroch’ner Ring.

 

Mein Herz, in diesem Bache

Erkennst du nun dein Bild?

Ob’s unter seiner Rinde

Wohl auch so reißend schwillt?

 

8. Rückblick

Es brennt mir unter beiden Sohlen,

Tret’ ich auch schon auf Eis und Schnee,

Ich möcht’ nicht wieder Atem holen,

Bis ich nicht mehr die Türme seh’.

 

Hab’ mich an jedem Stein gestoßen,

So eilt’ ich zu der Stadt hinaus;

Die Krähen warfen Bäll’ und Schloßen

Auf meinen Hut von jedem Haus.

 

Wie anders hast du mich empfangen,

Du Stadt der Unbeständigkeit!

An deinen blanken Fenstern sangen

Die Lerch’ und Nachtigall im Streit.

 

Die runden Lindenbäume blühten,

Die klaren Rinnen rauschten hell,

Und ach, zwei Mädchenaugen glühten. -

Da war’s gescheh’n um dich, Gesell!

 

Kommt mir der Tag in die gedanken,

Möcht’ ich noch einmal rückwärts seh’n.

Möcht’ ich zurücke wieder wanken,

Vor ihrem Hause stille steh’n.

 

9. Irrlicht

In die tiefsten Felsengründe

Lockte mich ein Irrlicht hin;

Wie ich einen Ausgang finde,

Liegt nicht schwer mir in dem Sinn.

 

Bin gewohnt das Irregehen,

’s führt ja jeder Weg zum Ziel;

Uns’re Freuden, uns’re Wehen,

Alles eines Irrlichts Spiel!

 

Durch des Bergstroms trockne Rinnen

Wind’ ich ruhig mich hinab,

Jeder Strom wird’s Meer gewinnen,

Jedes Leiden auch sein Grab.

 

10. Rast

Nun merk’ ich erst wie müd’ ich bin,

Da ich zur Ruh’ mich lege;

Das Wandern hielt mich munter hin

Auf unwirtbarem Wege.

 

Die Füße frugen nicht nach Rast,

Es war zu kalt zum Stehen;

Der Rücken fühlte keine Last,

Der Sturm half fort mich wehen.

 

In eines Köhlers engem Haus

Hab’ Obdach ich gefunden.

Doch meine Glieder ruh’n nicht aus:

So brennen ihre Wunden.

 

Auch du, mein Herz, in Kampf und Sturm

So wild und so verwegen,

Fühlst in der Still’ erst deinen Wurm

Mit heißem Stich sich regen!

 

11. Frühlingstraum

Ich träumte von bunten Blumen,

So wie sie wohl blühen im Mai;

Ich träumte von grünen Wiesen,

Von lustigem Vogelgeschrei.

 

Und als die Hähne krähten,

Da ward mein Auge wach;

Da war es kalt und finster,

Es schrien die Raben vom Dach.

 

Doch an den Fensterscheiben,

Wer malte die Blätter da?

Ihr lacht wohl über den Träumer,

Der Blumen im Winter sah?

 

Ich träumte von Lieb um Liebe,

Von einer schönen Maid,

Von Herzen und von Küssen,

Von Wonne und Seligkeit.

 

Und als die Hähne krähten,

Da ward mein Herze wach;

Nun sitz’ ich hier alleine

Und denke dem Traume nach.

 

Die Augen schließ’ ich wieder,

Noch schlägt das herz so warm.

Wann grünt ihr Blätter am Fenster?

Wann halt’ ich mein Liebchen im Arm?

 

12. Einsamkeit

Wie eine trübe Wolke

Durch heit’re Lüfte geht,

Wenn in der Tanne Wipfel

Ein mattes Lüftchen weht:

 

So zieh ich meine Straße

Dahin mit trägem Fuß,

Durch helles, frohes Leben

Einsam und ohne Gruß.

 

Ach, daß die Luft so ruhig!

Ach, daß die Welt so licht!

Als noch die Stürme tobten,

War ich so elend nicht.

 

13. Die Post

Von der Straße her ein Posthorn klingt.

Was hat es, daß es so hoch aufspringt,

Mein Herz?

 

Die Post bringt keinen Brief für dich.

Was drängst du denn so wunderlich,

Mein Herz?

 

Nun ja, die Post kommt aus der Stadt,

Wo ich ein liebes Liebchen hat,

Mein Herz!

 

Willst wohl einmal hinüberseh’n

Und fragen, wie es dort mag geh’n,

Mein Herz?

 

14. Der greise Kopf

Der Reif hatt’ einen weißen Schein

Mir übers Haar gestreuet;

Da glaubt’ ich schon ein Greis zu sein

Und hab’ mich sehr gefreuet.

 

Doch bald ist er hinweggetaut,

Hab’ wieder schwarze Haare,

Daß mir’s vor meiner Jugend graut -

Wie weit noch bis zur Bahre!

 

Vom Abendrot zum Morgenlicht

Ward mancher Kopf zum Greise.

Wer glaubt’s? und meiner ward es nicht

Auf dieser ganzen Reise!

 

15. Die Krähe

Eine Krähe war mit mir

Aus der Stadt gezogen,

Ist bis heute für und für

Um mein Haupt geflogen.

 

Krähe, wunderliches Tier,

Willst mich nicht verlassen?

Meinst wohl, bald als Beute hier

Meinen Leib zu fassen?

 

Nun, es wird nicht weit mehr geh’n

An dem Wanderstabe.

Krähe, laß mich endlich seh’n

Treue bis zum Grabe!

 

16. Letzte Hoffnung

Hie und da ist an den Bäumen

Manches bunte Blatt zu seh’n,

Und ich bleibe vor den Bäumen

Oftmals in Gedanken steh’n.

 

Schaue nach dem einen Blatte,

Hänge meine Hoffnung dran;

Spielt der Wind mit meinem Blatte,

Zittr’ ich, was ich zittern kann.

 

Ach, und fällt das Blatt zu Boden,

Fällt mit ihm die Hoffnung ab;

Fall’ ich selber mit zu Boden,

Wein’ auf meiner Hoffnung Grab.

 

17. Im Dorfe

Es bellen die Hunde, es rasseln die Ketten;

Es schlafen die Menschen in ihren Betten,

Träumen sich manches, was sie nicht haben,

Tun sich im Guten und Argen erlaben;

 

Und morgen früh ist alles zerflossen.

Je nun, sie haben ihr Teil genossen

Und hoffen, was sie noch übrig ließen,

Doch wieder zu finden auf ihren Kissen.

 

Bellt mich nur fort, ihr wachen Hunde,

Laßt mich nicht ruh’n in der Schlummerstunde!

Ich bin zu Ende mit allen Träumen.

Was will ich unter den Schläfern säumen?

 

18. Der stürmische Morgen

Wie hat der Sturm zerrissen

Des Himmels graues Kleid!

Die Wolkenfetzen flattern

Umher im matten Streit.

 

Und rote Feuerflammen

Zieh’n zwischen ihnen hin;

Das nenn’ ich einen Morgen

So recht nach meinem Sinn!

 

Mein Herz sieht an dem Himmel

Gemalt sein eig’nes Bild -

Es ist nichts als der Winter,

Der Winter kalt und wild!

 

19. Täuschung

Ein Licht tanzt freundlich vor mir her,

Ich folg’ ihm nach die Kreuz und Quer;

Ich folg’ ihm gern und seh’s ihm an,

Daß es verlockt den Wandersmann.

 

Ach! wer wie ich so elend ist,

Gibt gern sich hin der bunten List,

Die hinter Eis und Nacht und Graus,

Ihm weist ein helles, warmes Haus.

 

Und eine liebe Seele drin. -

Nur Täuschung ist für mich Gewinn!

 

20. Der Wegweiser

Was vermeid’ ich denn die Wege,

Wo die ander’n Wand’rer geh’n,

Suche mir versteckte Stege,

Durch verschneite Felsenhöh’n?

 

Habe ja doch nichts begangen,

Daß ich Menschen sollte scheu’n, -

Welch ein törichtes Verlangen

Treibt mich in die Wüstenei’n?

 

Weiser stehen auf den Straßen,

Weisen auf die Städte zu.

Und ich wandre sonder Maßen

Ohne Ruh’ und suche Ruh’.

 

Einen Weiser seh’ ich stehen

Unverrückt vor meinem Blick;

Eine Straße muß ich gehen,

Die noch keiner ging zurück.

 

21. Das Wirtshaus

Auf einen Totenacker

Hat mich mein Weg gebracht;

Allhier will ich einkehren,

Hab ich bei mir gedacht.

 

Ihr grünen Totenkränze

Könnt wohl die Zeichen sein,

Die müde Wand’rer laden

Ins kühle Wirtshaus ein.

 

Sind denn in diesem Hause

Die Kammern all’ besetzt?

Bin matt zum Niedersinken,

Bin tödlich schwer verletzt.

 

O unbarmherz’ge Schenke,

Doch weisest du mich ab?

Nun weiter denn, nur weiter,

Mein treuer Wanderstab!

 

22. Mut

Fliegt der Schnee mir ins Gesicht,

Schüttl’ ich ihn herunter.

Wenn mein Herz im Busen spricht,

Sing’ ich hell und munter.

 

Höre nicht, was es mir sagt,

Habe keine Ohren;

Fühle nicht, was es mir klagt,

Klagen ist für Toren.

 

Lustig in die Welt hinein

Gegen Wind und Wetter!

Will kein Gott auf Erden sein,

Sind wir selber Götter!

 

23. Die Nebensonnen

Drei Sonnen sah ich am Himmel steh’n,

Hab’ lang und fest sie angeseh’n;

Und sie auch standen da so stier,

Als wollten sie nicht weg von mir.

 

Ach, meine Sonnen seid ihr nicht!

Schaut ander’n doch ins Angesicht!

Ja, neulich hatt’ ich auch wohl drei;

Nun sind hinab die besten zwei.

 

Ging nur die dritt’ erst hinterdrein!

Im Dunkel wird mir wohler sein.

 

24. Der Leiermann

Drüben hinterm Dorfe

Steht ein Leiermann

Und mit starren Fingern

Dreht er was er kann.

 

Barfuß auf dem Eise

Wankt er hin und her

Und sein kleiner Teller

Bleibt ihm immer leer.

 

Keiner mag ihn hören,

Keiner sieht ihn an,

Und die Hunde knurren

Um den alten Mann.

 

Und er läßt es gehen,

Alles wie es will,

Dreht, und seine Leier

Steht ihm nimmer still.

 

Wunderlicher Alter!

Soll ich mit dir geh’n?

Willst zu meinen Liedern

Deine Leier dreh’n?

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